„Exklusiv bei GEO: Shakespeare lebensecht“,
Pressemeldung des Magazins
GEO vom 14. Februar 2006 (Internetveröffentlichung)
[ http://www.geo.de/GEO/kultur gesellschaft/geschichte/2006_02_GEO_shakespeare/i ]
Seit dem Tod des Dichters vor 390 Jahren streiten sich die Gelehrten, wie Shakespeare wirklich aussah. Nun hat eine Mainzer Professorin erstmals den Nachweis für die Echtheit einer beispiellos ausdrucksstarken dreidimensionalen Darstellung erbracht.
Wie sah Shakespeare wirklich aus? Die Antwort auf diese Frage hat jetzt die Mainzer Professorin für Englische Literatur- und Kulturwissenschaft, Hildegard Hammerschmidt-Hummel, gefunden: Die sogenannte Davenant-Büste, eiine Terracotta-Plastik, ist ein Meisterwerk der Renaissance, das den Dichter naturgetreu wiedergibt und wenige Jahre vor dem Tod Shakespeares (1616) entstanden sein muss. Die Skulptur, die heute in einem noblen Londoner Club aufbewahrt wird, galt bisher als unecht, weil der Finder die Umstände verschleiert hat, unter denen er in [den] Besitz des Kunstwerks gekommen ist. Den wahren Hergang konnte Hammerschmidt-Hummel aufgrund der Tagebuch-Notizen des Finders, William Clift, rekonstruieren.
Dass die Skulptur wirklich die Züge Shakespeares auf das Genaueste wiedergibt und dass sie nach dem lebenden Modell geschaffen ist, belegte die Forscherin in Zusammenarbeit mit Experten verschiedener Disziplinen durch Vergleiche mit anderen Bildnissen Shakespeares, deren Authentizität feststeht oder von Hammerschmidt-Hummel in ihrem in Kürze erscheinenden Buch Die authentischen Gesichtszüge William Shakespeares erhärtet wird.
Aufschlussreiche Details
Zum Beispiel stellte der hinzugezogene Sachverständige des Bundeskriminalamtes signifikante Übereinstimmungen der Gesichtszüge der Davenant-Büste mit denen der Darmstädter Shakespeare-Totenmaske, des Chandos- und Flower-Porträts, der Grabbüste des Dichters und des bekannten Droeshout-Stichs fest - Darstellungen, die für echt befunden oder den neuen Erkenntnissen zufolge unmittelbar auf Originalbildnisse des Dichters zurückgeführt werden konnten.
Als besonders aufschlussreich erwiesen sich die von Medizinern diagnostizierten Krankheitsmerkmale im Gesicht des Porträtierten. Praktisch alle Bildnisse enthalten Hinweise auf eine Verformung oberhalb des linken Augenlids, Schwellungen im linken inneren Augenwinkel und eine auffallend erhabene Stelle auf der Stirn - allesamt womöglich Symptome einer „systemischen Sarkoidose“. Die naturgetreue Wiedergabe auch solch wenig ästhetischer Details war zur Zeit der Renaissance üblich. Dies ist heute für Wissenschaftler eine entscheidende Grundlage für die Zu- und zeitliche Einordnung von Bildnissen. Hammerschmidt-Hummel ist damit der Beweis gelungen, dass die Davenant-Büste tatsächlich den Dichter William Shakespeare darstellt, und zwar genau so, wie er in seinem Leben ausgesehen hat.
Das Märzheft von GEO mit Hintergrundinformationen erscheint am 20. Februar 2006.
Eine allgemeine Pressekonferenz zu den neuen Erkenntnissen findet statt am 22.2.2006 um 11.00 Uhr im Magistratssaal der Stadt Darmstadt (Neues Rathaus, Luisenplatzu 5a). Dort wird die Forscherin ihr Buch Die authentischen Gesichstzüge William Shakespeares. Die Totenmaske des Dichters und Bildnisse aus drei Lebensabschnitten vorstellen, das im Georg Olms Verlag und in Kürze bei Chaucer Press in London erscheint. Ansprechpartner für die Presse: Lisette Nichtweiß, Tel. 06151-132021, E-Mail: lisette.nichtweiss@Darmstadt.de. ....
Am 2. März 2006 wird in der Londoner National Portrait Gallery anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens die Ausstellung „Searching for Shakespeare“ eröffnet. Dort wird unter anderem das Chandos-Porträt zu sehen sein und über die Forschungslage zu den Bildern berichtet.
Eine Stellungnahme von Hildegard Hammerschmidt-Hummel zu dieser Ausstellung und strittigen Problemen finden Sie hier: „Echt oder nicht echt?“
Echt oder nicht echt?
Ob und wie authentisch die bekannten Bildnisse von Shakespeare sind - mit dieser Frage beschäftigte sich der Autor eines Artikels des Sunday Times Magazine vom 5. Februar 2006. Lesen Sie hier die Replik von Shakespeare-Expertin Hildegard Hammerschmidt-Hummel (nachzulesen auch auf der Homepage der Autorin: www.hammerschmidt-hummel.de - Rubrik ‘Bücher’ - Die authetischen Gesichtszüge William Shakespeares - Replies]
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Ausdrucksstarke Shakespeare-Büste erweist sich als echt
(Mainz, 14. Oktober 2005) Eine bisher für nicht authentisch gehaltene Büste des
Dramatikers William Shakespeare (1564–1616) in englischem Privatbesitz gibt dessen Gesichtsmerkmale so präzise und lebensgetreu wieder, wie sie nur ein Künstler kennen und darstellen konnte, dem der Dichter persönlich Modell gesessen hat.
Dies ist das Ergebnis langjähriger wissenschaftlicher Untersuchungen unter der Leitung der deutschen Shakespeare-Forscherin Professor Hildegard Hammerschmidt-Hummel (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts. Hierbei haben Experten aus den verschiedensten Fachgebieten mitgewirkt, darunter Erkennungsdienstliche Kriminaltechnik des Bundeskriminalamts (BKA), Medizin, Physik und 3D-Bildaufnahme- und Bildvermessungstechnik, sowie Archivare und ein Kunstexperte. Eine besondere Rolle spielte die medizinische Begutachtung der naturgetreu dargestellten Krankheitssymptome im Vergleich mit entsprechenden Merkmalen anderer authentischer Bildnisse Shakespeares.
Hildegard Hammerschmidt-Hummels neues Buch Die authentischen Gesichtszüge William Shakespeares. Die Totenmaske des Dichters und Bildnisse aus drei Lebensabschnitten wird 2006 erscheinen und die einzelnen Untersuchungsmethoden und Beweisschritte darlegen, die zur zweifelsfreien Feststellung der Authentizität der Büste geführt haben.
Die Entdeckung neuer Quellen ermöglichten es der Mainzer Shakespeare-Forscherin, die zuvor nicht geklärten Umstände der Wiederauffindung der Büste im frühen 19. Jahrhundert exakt zu rekonstruieren und die Porträtplastik bis in die Lebenszeit des Dichters zurückzuverfolgen.
Eine Abbildung dieses ausdrucksstarken 'neuen' Shakespeare-Bildnisses wird erstmals auf dem Umschlag der überarbeiteten und auf den neuesten Stand gebrachten Shakespeare-Biographie der Autorin zu sehen sein, die 2006 bei der Londoner Chaucer Press unter dem Titel The Life & Times of William Shakespeare 1564–1616 zum ersten Mal in englischer Sprache erscheinen wird. „Diese außergewöhnliche Wiedergabe des Dichters wie auch die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über seine Zeit, sein Leben und seine literarische Karriere werden unsere Vorstellung von Shakespeare als Mensch und als Dramatiker von Grund auf verändern“, kommentierte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Speyer (Universität Salzburg), Experte für Alte Meister am Dorotheum in Salzburg.
Hammerschmidt-Hummels inzwischen abgeschlossenes Buch über die authentischen Bildnisse Shakespeares enthält zahlreiche Abbildungen der Büste, die für verschiedene wissenschaftliche Testverfahren und für die medizinische Begutachtung verwendet wurden. Es bietet ferner umfangreiche neue Untersuchungsergebnisse für die Darmstädter Shakespeare-Totenmaske, das Chandos- und das Flower-Porträt, Bildnisse des Dichters, deren Echtheit die Mainzer Anglistin bereits 1995 in Zusammenarbeit mit Experten des BKA und mit Fachmedizinern beweisen konnte. Wie ihre Shakespeare-Biographie beweist ihr neues Buch zweifelsfrei, dass kein anderer als William Shakespeare aus Stratford-upon-Avon die berühmten Dramen geschaffen hat.
Zu den Hauptpublikationen der Autorin gehören die Studie Das Geheimnis um Shakespeares ‘Dark Lady’ (1999), in der sie die Geliebte der Shakespeareschen Sonette identifizierte, das Buch Die verborgene Existenz des William Shakespeare (2001), in dem sie das Rätsel um die Religion des Dichters löste, das dreibändige Werk Die Shakespeare-Illustration (1594-2000). Bildkünstlerische Darstellungen zu den Dramen William Shakespeares (2003) mit mehr als 3000 Illustrationen sowie die deutsche Fassung ihrer Shakespeare-Biographie William Shakespeare. Seine Zeit - Sein Leben - Sein Werk, (2003), in der sie sich auf neue, von ihr entdeckte historische Text- und Bildquellen stützen konnte.
Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Hildegard Hammerschmidt-Hummel
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Philosophie und Philologie
Forschungs- und Lehrbereich British Studies
Tel. +49 (0) 611 521989 oder 0170 9668036
E-Mail
http://www.hammerschmidt-hummel.de
Translation
dpa - 23. August 2004 - Wissenschaft/Literatur - Mainzer Forscherin findet neues Shakespeare-Bildnis
Mainz/Darmstadt (dpa) - Eine Mainzer Shakespeare-Forscherin will ein neues, zu Lebzeiten entstandenes Bildnis des englischen Dichters entdeckt haben. Ein Vergleich mit der in Darmstadt aufbewahrten Totenmaske Shakespeares soll im Herbst die Echtheit der Büste beweisen. Sie habe die Büste bereits 1998 in England untersucht, sagte die Anglistin Hildegard Hammerschmidt-Hummel am Montag der dpa.
Erste wissenschaftliche Untersuchungen hätten ihre These gestützt, dass es sich um ein echtes Shakespeare-Bildnis handelt, das bislang nicht als solches erkannt worden war. Wo die Büste aufbewahrt wird, will Hammerschmidt-Hummel erst preisgeben, wenn im nächsten Jahr ihr Buch über Shakespeare-Bildnisse erscheint.
Die Darmstädter Totenmaske und die Büste sollen mit Hilfe der Computertomographie verglichen werden. Die Totenmaske wurde nach Angaben des Klinikums Darmstadt bereits Anfang August im Computer dreidimensional vermessen. Ihre Echtheit gilt inzwischen als unumstritten. Mit einem baugleichen Tomographen soll später die Büste in Großbritannien bearbeitet werden.
Eine Reise der Totenmaske nach England oder der Büste nach Darmstadt sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, berichtete Hammerschmidt-Hummel. Allein der zwei Stunden dauernde Transport des Gesichtsabdruckes von der Darmstädter Hochschulbibliothek ins Klinikum habe «gewaltige Sicherheitsvorkehrungen» erfordert.
Translation
Shakespeares Klagegedicht “Phönix und Taube”
Shakespeare’s elegy “The Phoenix and the Turtle”
a. Pressetext / Press Release
b. Vortrag ( Jahrestagung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Weimar, 26. April 2002) / Paper - given at the annual conference of the German Shakespeare Society at Weimar, 26 April 2002
c. Rezensionen / Reviews
Das Sanders-Porträt
The Sanders portrait
a. Pressetext
b. Rezensionen
c. Leserbrief
d. Stellungnahmen
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